"s`Bründl", so nennen die Antiesenhofener ihre Wallfahrtskapelle. Sie liegt ca. 1,5 km außerhalb des Ortskerns am Innufer. Es ist schon ein wichtiger Platz, wo der Inn-Radweg die Viehausenerstrasse quert, wo die "Fischerhütte" steht, wo die 76 Granitstufen an der "Innleiten" zur Kapelle und zum Bründl hinunterführen, woe die "Bründlwirtin" an schönen Tagen zum Rasten und zum Essen und Trinken einlädt; die Kapelle aber zum Schauen, Meditieren und Beten. Am Anfang stand das Letztere. Wirklich authentische Angaben über die Entstehung kann man in keinem Archiv finden. Man ist auch hier, wie bei so manchem Wallfahrtsort, auf die mündliche Überlieferung und die Jahrzahlangaben auf den alten Votivbildern angewiesen.
Einer frommen Sage nach wurde dies Marienbild unserer Schutzfrau und Mutter Gottes am Innstrome hier abgesetzt. Darauf wurde eine kleine Kapelle errichtet und das Bild daringestellt. Fromme Christen gingen an Sonn- und Feiertagen dahin, um sich die Fürbitte der Mutter Gottes in ihren Nöten durch die Vorstellung dieses Bildes zu erflehen.
Es fließt auch eine Quelle daneben, deren Wasser nervenstärkend ist. Diese Quelle wurde aus frommen Antrieb von den sechs Viehausener Bauern auf eigene Kosten vergrößert und schön eingerichtet.
Nach Angabe eines Viehausener Bauern waren Votivtäfelchen vom Jahre 1723 vorhanden, welche aber wegen Schadhaftigkeit beim Umbau im Jahre 1851 entfernt worden. Solche Votivtäfelchen bedecken jetzt noch in großer Anzahl die zwei Seitenwände und die Rückwand. Die älteste Tafel trägt die Jahreszahl 1794. Auf vielen Votivtäfelchen sieht man zwei Augen gemalt, ein Zeichen, dass viele Kranke wegen Augenleiden hier Hilfe suchten und fanden, wobei eine Waschung der Augen mit Bründlwasser besonders empfohlen wurde. Die letzte Erneuerung fand 1973 statt.
